Person Heiner Reitberger    
   
     
Idealist und Kritiker

Heiner Reitberger (1923 - 1998) war Literat, Maler, Kunstkrititker und Denkmalschützer und hat seiner im 2. Weltkrieg stark zerstörten Heimatstadt Würzburg durch energischen Einsatz einen bedeutenden Teil ihrer Identität als Kunststadt bewahrt. Die Gefahren, die den wenigen erhaltenen Bauten und ihren Resten durch Unkenntnis, Gleichgültigkeit und Engstirnigkeit drohten, waren für ihn der Grund, sich schon sehr früh mit ganzem Herzen für das historische Erbe der Stadt einzusetzen.

Wissenschaftler und Poet

Unter dem Pseudonym "Kolonat" veröffentlichte er nach 1945 unzählige Artikel in der Tagespresse und in Zeitschriften. Ein Teil erschien zusammengefaßt 1977 in seinem Buch "Das alte Würzburg". Seine Publikationen widmeten sich vor allem der Kunst und Architektur Würzburgs. In einem unverkennbar poetischen Stil geben sie, sorgfältig recherchiert, mit außerordentlichener

 

Sachkompetenz die Entstehungsgeschichte der Würzburger Bauten, ihres Umfeldes und ihre Wirkung wieder. Mit dem Auge des Malers und Fotografen, mit einem sicheren Gespür für Qualität, erfaßte er in einfühlsamer Weise den ästethischen und formalen Wert der Würzburger Baukunst.

Streiter und Wächter

An der Gründung des bis heute bestehenden "Initiativkreises zur Erhaltung historischer Denkmäler" war Heiner Reitberger maßgeblich beteiligt und blieb diesem als kenntnisreicher Inspirator bis an sein Lebensende treu. 1979 erhielt Heiner Reitberger die Bayerische Denkmalschutzmedaille. Die Stadt Würzburg ehrte ihn 1986 durch die Verleihung der Behr-Medaille und 1995 mit der Kulturmedaille. Der Verbundenheit mit seiner Heimatstadt verdanken die Museen der Stadt Würzburg und der Universität die Übereignung seines eigenen künstlerischen Nachlasses und eines großen Teils seiner Kunstsammlung.